In einer Wissensmanagement Diskussion mit einem Kunden wurde mir der Begriff von Wissenssenken heute praktisch vor Augen geführt.
In dem Gespräch ging es um die Wissensübergabe im Dreischichtbetrieb eines Krankenhauses. Die Übergabe des Arztes aus dem Spätdienst an die Ärztin für den Nachtdienst viel in der letzten Zeit immer sehr kurz aus, „ist alles OK und nichts besonderes“. Der Kollege ging pünktlich, was in diesem Umfeld nicht die Norm ist. Diese Tendenz zeigte sich folgend auch bei den anderen Kollgen und Übergaben.
Die Ärztin des Nachtdienstes nahm sich die Patienten Kurven und ging von Patient zu Patient. Dabei stellten sich viele Fragen, die nur mit einer intensiven zeitraubenden Recherche in den gesamten Unterlagen zu beantworten waren. Die Ärztin musste sich jetzt mit dem erhöhten Pensum durch die Nacht arbeiten, bis gegen morgen eine Stabile Situation die Situation beruhigte.
Eine klassische Situation von einer Wissenssenke, im klassischen Wissensmanagement Umfeld. Theoretisch kann diese Wissenssenke jeden Tag mindestens drei Mal auf dieser Station auftreten. Dabei ist natürlich fest zu halten, dass Notfälle, Stress und Überarbeitung die ständigen Begleiter im Stationsteam sind.
Tools helfen nur bedingt, denn die sind vorhanden und werden mehr oder wenigen genutzt. Patientenkurven, Berichte,…..
Entscheidender bei dem Problem der Wissenssenke ist die Team- und die Wissenskultur im Unternehmen. Basierend auf dem Kooperationsgedanken im Wissensmanagement haben wir in der Diskussion nach einer Lösung gesucht und eine erste Skizze entworfen. Als möglichen Ansatz wurde eine Analyse der Team und Wissenskultur angedacht, um gezielt die Handlungsmuster transparent zu machen und festgefahrene Muster zu diskutieren.
- Was sind die Aufgaben in den einzelnen Schichten?
- Wie viele Ärzte Arbeiten pro Schicht?
- Wie viele Patienten sind mit welchen Krankheitsgrad zu behandeln?
- Wie sind die Übergaben organisiert?
- Werden die PflegerInnen in die Übergabe einbezogen?
- …….
Die Analyse wird nun gezielt vorbereitet, mit einer neutralen Moderation eines Nichtmediziners und der strukturierten Planung und Durchführung von Meetings. „Die Betroffenen werden zu Beteiligten“, die implizit wissen was richtig ist für deren Arbeitsumgebung, dieses implizite Wissen muss nun herausgearbeitet werden. Mit der von einer Gartner Studie belegten fördernden Wirkung des Spieltriebs für das Wissensmanagement (CIO) und auf Innovative Lösungen wird auch über die Einbindung eines Spiels in den Workshop nachgedacht.
Schön das jetzt auch das von Gartner bestätig wird, was ich in vielen Projekten im Wissensmanagement erleben durfte!.
